Was ist ein

Assistenz-hund

Bundesbehindertengesetz

Definition laut § 39a

  1. Ein Assistenzhund ist ein Hund, der sich bei Nachweis der erforderlichen Gesundheit und seiner wesensmäßigen Eignung sowie nach Absolvierung einer speziellen Ausbildung – vor allem im Hinblick auf Sozial- und Umweltverhalten, Unterordnung und spezifische Hilfeleistungen – besonders zur Unterstützung eines Menschen mit Behinderung eignet.

  2. Assistenzhunde sollen zum Zwecke der Erweiterung der Selbstbestimmung und Teilhabe von Menschen mit Behinderung in allen Lebensbereichen eingesetzt werden und dauernd bei der betroffenen Person leben. Darüber hinaus leisten sie einen wertvollen Beitrag zur Kommunikation und zum Abbau von einstellungsmäßigen Barriere

  3. Als Assistenzhunde gelten Blindenführhunde, Servicehunde und Signalhunde nach Maßgabe der Absätze 4 bis 7.
Unter den Begriff der

Assistenzhunde

werden drei Gruppen gefasst

Blindenführhunde

Blindenführhunde sollen den eingeschränkten oder fehlenden Sehsinn ihrer Halter ausgleichen und ihren Menschen sicher durch den Straßenverkehr führen. Sie zeigen Treppen, Bordsteine und Hindernisse an oder umgehen diese. Sie finden auf Signal Bänke, Türen, Ausgänge, Zebrastreifen und können Verlorenes aufheben.

Servicehunde

Servicehunde sollen die eingeschränkte Mobilität ihrer körperbehinderten Menschen ausgleichen und durch Einsatz ihres Körpers, ihrer Schnauze oder Pfoten unterstützen. So stupsen Servicehunde beispielsweise eine Türe oder Lade an, um sie zu schließen oder einen Licht- oder Liftschalter um ihn zu betätigen. Natürlich lernen sie auch, Objekte verschiedener Materialien unzerstört zu ihrem Besitzer zu bringen. Weiters können Sie an Kordeln ziehen um Türen zu öffnen oder helfen nach dem gleichen Prinzip durch vorsichtiges Ziehen am Jackenärmel beim Entkleiden.

Signalhunde

Signalhunde sollen ihrem behinderten Menschen im weitesten Sinne etwas signalisieren (warnen) beziehungsweise dieser „Gefahr“ prophylaktisch entgegen wirken . Der Diabeteswarnhund signalisiert also einen abnormalen Blutzuckerwert. Der Epilepsiewarnhund einen anstehenden oder gerade passierenden Anfall. Der Signalhund für hörbehinderte Menschen zeigt Geräusche wie Türklopfen oder das Weinen des Babys an. Signalhunde für psychisch Erkrankte machen ihre Halter auf drohende unangenehme/gefährliche Geisteszustände aufmerksam, schaffen durch ihre Anwesenheit Abstand zu Menschen uvm.

Wir bilden aus:

Wir bilden Blindenführhunde, Signalhunde für hörbehinderte Menschen, Signalhunde für Epileptiker, Servicehunde für mobilitätseingeschränkte Menschen, Signalhunde für psychisch erkrankte Menschen sowie Hunde für mehrfach behinderte Menschen aus.

Hinweis zum Epilepsiewarnhund:

Epilepsiewarnhunde kann man nur eingeschränkt in Fremdausbildung anbieten. Anders als bei den anderen Signalhunden ist wissenschaftlich noch nicht abschließend belegt, was Hunde genau wahrnehmen, wenn sie einen epileptischen Anfall vorhersagen. Das bedeutet, wir können sie nicht gezielt auf einen Geruch oder ähnliches trainieren. Natürlich können wir den Hunden ein Anzeigeverhalten beibringen und ihnen allerhand Nützliches lernen, für den Fall dass der Hundehalter einen Anfall erleidet (zB Notfalltaste drücken, jemanden im Nebenzimmer zu Hilfe holen uä). Wir können aber nicht garantieren, dass der Hund einen drohenden Anfall erkennen und anzeigen wird. Dies zu versprechen wäre unseres Erachtens nicht seriös.

Voraussetzungen für die

Anerkennung als Assistenzhund​

Damit ein Hund in den Behindertenpass eingetragen wird, müssen folgende Voraussetzungen zutreffen:

Gesundheitliche Eignung

Diese wird durch eine umfassende tierärztliche Befunderhebung nachgewiesen. Neben den naheliegenden Untersuchungen sind sowohl Herzultraschall, Augenuntersuchung, Gangbildanalyse, Blut-, Kot- und Urinproben, als auch Röntgen beinhaltet.

Wesensmäßige Eignung

der Hund soll weder ängstlich noch offensiv auf seine Umwelt und verschiedene Reize reagieren, sondern der Situation angemessen möglichst gelassen bleiben.

Spezielle Ausbildung

beinhaltet Grundgehorsam und je nach Einsatzbereich des Hundes individuelle Hilfsleistungen für den behinderten Hundeführer.



Positiv abgeschlossene staatliche Beurteilung

Das umfasst die Qualitätsprüfung am Ende der Ausbildung, welche (bei nicht selbst ausgebildeten Hunden) die Ausbildungsstelle mit dem Hund absolviert. Sowie die Teamprüfung nach erfolgreicher Zusammenschulung und Eingewöhnung des Hundes im neuen Zuhause, welche der behinderte Hundeführer absolviert.

Der Weg zu einem Assistenzhund von FairTrained

Die wichtigsten Eckpunkte wie den Wohnort, die Lebensumstände und die Anforderungen an den Hund besprechen wir direkt beim ersten Kontakt – egal ob Sie sich per Mail, Telefon oder Kontaktformular anmelden.

Das Erstgespräch dauert in der Regel etwa drei Stunden. Neben dem Kennenlernen gehört ein umfangreicher Fragebogen über Alltag, Umfeld, Hundeerfahrung, Rassevorstellungen, Art der Behinderung und wie ein Hund sich in dieses Leben einfügen könnte, dazu. Ein Hund hat Bedürfnisse, ein Hund macht Dreck und kostet Geld, auch das wird besprochen. Erfahrungsgemäß ergibt sich vieles oft erst nach einigen Malen „drüber schlafen“, weshalb Sie sich Zeit lassen sollten über das Erstgespräch nachzudenken.

Wenn alle Fragen geklärt sind und beide Seiten zusammenarbeiten möchten, gehen wir den Vertrag Absatz für Absatz gemeinsam durch. 

Sofern nicht schon ein in Frage kommender Hund in Ausbildung ist, suchen wir gezielt einen passenden Hund. Das kann unverhofft schnell gehen, kann aber auch etliche Monate dauern.

Nachdem der Hund 12 Monate oder älter ist, können wir die umfangreiche Gesundenuntersuchung machen lassen. Dabei wird der Hund komplett durchgecheckt: Augen, Gangbildanalyse, Haut, Röntgen der wichtigsten Gelenke, Herzultraschall, Urin, Kotprobe und wenige Monate später auch noch eine Blutuntersuchung. Hündinnen durchlaufen, je nachdem wann sie ihre erste Läufigkeit hatten, diese Untersuchung häufig erst später. Das liegt daran, dass wir nach Möglichkeit die (für Assistenzhunde leider verpflichtende) Kastration gleich mit machen möchten. Dadurch ersparen wir dem Hund eine Narkose.

Ist der Hund gesundheitlich geeignet steht einem Kennenlernen nichts mehr im Weg. Zwar hatten wir auch schon angehende Assistenzhundebesitzer, die ihren Welpen schon mit 6 Wochen beim Züchter besucht haben, allerdings geben wir immer zu bedenken… die Möglichkeit, dass genau dieser Welpe sich später als wesensmäßig oder gesundheitlich ungeeignet herausstellt besteht leider immer. Da es sich um ein Lebewesen handelt, welches man nicht einfach umtauschen oder reparieren kann, sind wir trotz sorgfältigster Auswahl der Hunde nie davor gefeit.

Wir entlassen den Hund erst in sein neues Zuhause, wenn wir sicher sind, dass die Versorgung des Hundes ohne unsere Hilfe gewährleistet ist. Nachdem der Hund übersiedelt ist, sind wir weiterhin Ansprechpartner in Sachen Assistenzhund.

Laufbahn eines FairTrained Assistenzhundes

Aufzucht und Vorbereitung beim Trainer
Tierärztliche Untersuchung nach dem 1. Lebensjahr
vertiefende Ausbildung durch den Trainer
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staatliche Qualitätsprüfung
Zusammenschulung mit dem zukünftigen Besitzer
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Teamprüfung (& Eintragung in den Behindertenpass)